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© Walter Schießwohl

Urbanes Gewerbe in Hamburg-Barmbek

Urbanes Gewerbe in Hamburg-Barmbek

Stadt­PlanProjekte

Themen­im­mo­bi­lien gewinnen an Bedeu­tung. Damit sie heute erfolg­reich am Markt bestehen können, müssen sie den richtigen Flächenmix für den Standort bieten und modernen Mobili­täts­an­for­de­rungen genügen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Projekt „Built in Barmbek“, das als Prototyp eines modernen urbanen Gewer­be­hofs gelten kann.

© Walter Schießwohl

Erdge­schoss­ein­heiten mit Rolltoren im Innenhof.

Barmbek-Süd gehört bislang nicht zu den ausge­machten Kreativ­stand­orten Hamburgs. Aber es ist ein Ort mit viel Poten­zial. An der Ecke Holstei­ni­scher Kamp/Marschnerstraße ist dort gerade der Gewer­behof „Built in Barmbek“ fertig­ge­stellt worden. Ein weit gesteckter, moderner Nutzungsmix und beste Anbin­dung an den öffent­li­chen Nahver­kehr durch eine Lage in unmit­tel­barer Nähe zur U-Bahn-Station Hamburger Straße zeichnen das Neubau­pro­jekt aus. Das Flächen­an­gebot reicht von Werkstatt­flä­chen und Gewer­be­ate­liers über Small Offices für Start-ups bis zu Flächen für die Kreativ­wirt­schaft. Ferner gibt es Studios und Proben­räume für die Musik­branche, die in einem eigenen Bandhaus verortet sind. Das Konzept sieht außerdem einen Maker­space vor, eine Idee, die aus den USA stammt. Maker­spaces sind Werkstätten, in denen man Maschinen und Werkzeuge und im besten Fall Wissen teilt. Eine Art Innova­tions-Hub also. Die Zielgruppe reicht hier von Start-ups, die an einem Prototyp bauen, bis hin zu Do-it-yourself-Projekten. Aller­dings brauchen die Flächen einen Betreiber, der das Manage­ment übernimmt, und eingangs ist ein größeres finan­zi­elles Invest­ment erforderlich.

Projekt­ent­wickler von „Built in Barmbek“ ist die steg Hamburg, die bereits mit dem Karostar, dem Betahaus und dem Eifler­werk auf der Schanze, Hamburgs Mekka der Kreativ­wirt­schaft, vielfäl­tige Erfah­rungen mit gewerb­li­chen Immobi­lien dieser Art sammeln konnte. „Bei der Konzep­tion haben wir überlegt, wohin sich die Kreativ­wirt­schaft wohl künftig entwi­ckeln wird, denn auf der Schanze ist kein Platz mehr“, sagt Kurt Reinken, Geschäfts­führer Projekt­ent­wick­lung bei der steg Hamburg. Wenn es Wilhelms­burg oder Rothen­burgsort sein könne, dann käme ebenso gut Barmbek infrage, beson­ders mit dieser hervor­ra­genden Anbin­dung an den öffent­li­chen Nahver­kehr, und letzt­lich könne man über attrak­tive Rauman­ge­bote ja schließ­lich neue Lagen etablieren. „Mit ‚Built in Barmbek‘ haben wir uns nun an ein deutlich größeres Gebäude mit einem sehr breiten Nutzungsmix heran­ge­traut, in dem wir auch das Handwerk integrieren, das wir im Erdge­schoss und ersten Oberge­schoss überein­an­der­sta­peln. Das ist Neuland für uns und für Barmbek in jedem Fall, wo es diese Flächen­an­ge­bote gar nicht gibt“, erläu­tert Reinken. „Aber ich bin von Konzept und Lage überzeugt.“ Der Vermie­tungs­stand bei Fertig­stel­lung unter­mauert dies. Er lag – trotz Corona – bereits bei über 70 Prozent.

© Sinje Hasheider

„Ich freue mich, dass es hier auf dem Hof so viele verschie­dene Nutzungen und ein Commu­nity Manage­ment gibt.“

Hauke Neumann, Mieter in „Built in Barmbek“ und Inhaber von Ahoi Marie

© Sinje Hasheider

„Ich glaube, dass das ein richtiger kleiner Motor für das Viertel hier werden wird.“

Linda Lichten­stein, Projekt­ma­na­gerin steg Hamburg und studierte Stadtplanerin

Auch das Gebäude selbst, entworfen vom Hamburger Archi­tek­tur­büro coido, kann sich sehen lassen. Es fügt sich harmo­nisch und fast dezent in die vorhan­dene Bebauung ein. „Es hat so einen Indus­trie-Schick mit Sicht­beton und zum Teil offener Haustechnik“, sagt Linda Lichten­stein, Projekt­ma­na­gerin bei der steg. Sie ist für die Steue­rung des Projekts und den Vertrieb zuständig. Das ist durchaus komplex, denn das breite Flächen­an­gebot bewirkt, dass das Gesamt­pro­jekt sich praktisch in viele kleine Unter­pro­jekte aufglie­dert. Sehr speziell ist das Bandhaus. „Hierbei handelt es sich um ein Raum-in-Raum-System. Denn die Tatsache, dass sich direkt angren­zend eine Wohnbe­bauung befindet, bringt hohe Lärmschutz­an­for­de­rungen mit sich, die umgesetzt werden mussten“, erklärt sie. Der Innen­ausbau wurde durch die Stadt geför­dert. „Über günstige Mieten soll hier aktiv Nachwuchs­för­de­rung betrieben werden. Das wäre ohne eine Subven­tio­nie­rung gar nicht möglich.“

Eine weitere Beson­der­heit des Projekts liegt in der Einfüh­rung eines Commu­nity Manage­ments, das teilweise über die Mieten finan­ziert wird. „Die Idee, so etwas zu etablieren, hat sich auf dem Weg entwi­ckelt und wurde teilweise auch von Mietin­ter­es­senten und -inter­es­sen­tinnen nachge­fragt“, so Linda Lichten­stein. Eine Commu­nity Managerin ist bereits einge­stellt. Sie soll Ansprech­part­nerin vor Ort sein, Umzüge mitbe­gleiten, für ein Mitein­ander vor Ort sorgen, Networ­king anregen. Die genaue Ausge­stal­tung für die Zukunft soll zusammen mit den Miete­rinnen und Mietern entwi­ckelt werden.

Hauke Neumann gehört zu den ersten Mietern, die im Juli in den Hof einge­zogen sind. Unter dem Label Ahoi Marie produ­ziert und vertreibt er feines Porzellan mit designten maritimen Motiven. An „Built in Barmbek“ hat ihn der Nutzungsmix angespro­chen, und das Commu­nity-Manage­ment findet er ebenfalls gut. „Für mich als klassisch norddeutsch zurück­hal­tenden Typ ist das Commu­nity Manage­ment eine gute Sache, um hier mit den Leuten aus dem Haus in Kontakt zu treten und mögli­cher­weise auch Syner­gien mit anderen Unter­neh­mern und Unter­neh­me­rinnen zu heben“, findet er. Seine ca. 125 m² große Halle im Erdge­schoss bietet ihm Platz für alles, was er für sein Geschäft unter­bringen muss, inklu­sive der Vorteile eines großen Rolltors für eine direkte Anlie­fe­rung. Und bei gutem Wetter kann er seine Kaffee­pause draußen machen, denn hinter dem Gebäude bietet eine kleine Grünan­lage die Möglich­keit dazu.

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Indus­trie­charme mit Sicht­beton und offener Haustechnik

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Geräu­mige Gewerbelofts

Bereits Ende 2019 hat HTIM das damals noch im Bau befind­liche Objekt „Built in Barmbek“ für den Fonds „HAMBURG TEAM Urbane Themen­im­mo­bi­lien“ angekauft. Investor ist die Hamburger Pensi­ons­ver­wal­tung (HPV), die über eine Million Versor­gungs­zu­sagen und ein Vermögen von rund elf Milli­arden Euro verwaltet. Thomas Gut, Leiter Immobi­lien bei der HPV, steht dem Projekt rundum positiv gegen­über: „Ich finde diesen Stadt­teil­bezug toll. Kleine Gewer­be­trei­bende, Kreative, Handwerker und Handwer­ke­rinnen, die ein vernünf­tiges Umfeld bekommen, um sich dort nieder­zu­lassen und ihr Business zu starten oder weiter­zu­ent­wi­ckeln. Gerade in Hinblick auf die zuneh­mend wichtigen ESG-Krite­rien ist das ein schöner Beitrag, den wir als HPV mit unseren Pensi­ons­ein­rich­tungen gern leisten.“ Gleich­zeitig erwirt­schafte das Objekt einen langfris­tigen, planbaren Einkom­mens­strom – ein wichtiges Krite­rium für ihn als Verwalter von Pensi­ons­gel­dern, und der Standort habe noch weiteres Entwick­lungs- und Aufwertungspotenzial.

Und schließ­lich, betont er, käme bei diesem Projekt für ihn auch ein bisschen Lokal­pa­trio­tismus hinzu, denn „Built in Barmbek“ sei schließ­lich ein durch und durch Hamburger Projekt. „Die steg hat es ersonnen, wir haben inves­tiert, HTIM managt es für uns, und die Hansain­vest stellt als Service-KVG die recht­liche Hülle. Hier arbeiten also lauter Hamburger Unter­nehmen Hand in Hand und machen aus diesem Projekt eine wasch­echte Hamburgensie.“

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„Mir gefällt an diesem Projekt besonders,
dass wir hier stadt­teil­nahe Nutzungen fördern.“

Thomas Gut, Leiter Immobi­lien bei der Hamburger Pensionsverwaltung

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Das neue Gebäude fügt sich mit seiner Archi­tektur harmo­nisch und fast dezent in die vorhan­dene Bebauung ein.

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Bestens angebunden: Die U-Bahn-Station liegt nur wenige Gehmi­nuten entfernt.

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